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Die TK Psychotherapie hat den Schwerpunkt in der Behandlung von Patienten mit schweren Persönlichkeitsstörungen und weiteren komorbiden psychischen Erkrankungen.
Die häufigste Störung ist die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS). Sie führt zu großem persönlichen Leiden und zur Beeinträchtigung im sozialen und beruflichen Umfeld. Die Folge sind hohe Raten an selbstschädigenden Handlungen bis hin zum vollendetem Suizid. Die Behandlung von Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung verlangt eine umfangreiche Auswahl an Behandlungsmethoden, -techniken.
Die dialektisch-behaviorale Therapie (DBT) ist ein spezielles Therapieprogramm zur Behandlung der Borderline-Erkrankung. Vereinfacht gesprochen geht es um eine Erweiterung der herkömmlichen Verhaltenstherapie. Der Schwerpunkt der Dialektik liegt nicht wie in den üblichen Psychotherapieverfahren nur auf der Seite der Veränderung, sondern auch vor allem auf der Seite der Akzeptanz persönlicher Defizite. Im Zentrum der Behandlung steht das Fertigkeitentraining. Hier soll vor allem der Umgang mit emotionalen Instabilität erlernt werden. Themen dabei sind: Gestaltung zwischenmenschlicher Kontakten , selbstgefährdendes Verhalten, Umgang mit Stress, Herstellung von Lebensqualität und vieles andere mehr.
In den Rheinischen Kliniken Köln bieten wir für Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung die Möglichkeit, in unserer Tagesklinik 17 und / oder in unserer Ambulanzen störungsspezifisch mit dem DBT – Therapiekonzept behandelt zu werden.
Achtsam sein heißt, sich selbst und das, was man tut, bewusst wahrzunehmen. Mit der Wahrnehmung bleiben Sie dabei ganz in der Gegenwart und konzentrieren sich nur auf eine Sache, z. B. auf die Umgebung, die eigenen Gedanken oder Gefühle, ohne das, was Sie wahrnehmen, zu bewerten.
Ziel ist es, die Wahrnehmung der Sinne zu stärken und wertfrei zu gestalten. Dabei lässt sich der Anteil der Vernunft und der emotionale Anteil, die beide unser Verhalten steuern, ausbalancieren.
Im Bereich der inneren Achtsamkeit steht die Wahrnehmung und Beschreibung der Situation, der Gedanken oder der Gefühle im Vordergrund. Diese Beschreibung sollte wertneutral erfolgen, auch die Wahrnehmung und Beschreibung von Selbsthass, z. B. „ich bin mit mir unzufrieden, weil ich meine Familie wieder einmal Vertrauen geschenkt habe. Meine Familie hat mich im Stich gelassen, das empfinde ich als Missachtung, darüber bin ich sehr traurig und enttäuscht, sogar wütend. Ich hasse mich und meine Familie dafür."
Den bestmöglichen Zeitpunkt für eine Reaktion finden Sie dann, wenn die Verstandesseite und die Gefühlsseite im Gleichgewicht sind.
Bei all den Möglichkeiten, neues Verhalten zu lernen, sollten wir eine wichtige therapeutische Grundregel nicht außer acht lassen: eine Veränderung findet dann leichter statt, wenn die Betroffenen sich so akzeptieren, wie Sie sind, nicht wenn Sie versuchen, zu werden, was Sie nicht sind. D. h., Veränderung ist nicht nur die Fähigkeit, alles besser zu machen oder sich den Vorstellungen und Autoritätspersonen oder geliebten Menschen anzupassen, sondern auch die Akzeptanz dessen, was man ist. Die Erfahrung zeigt, dass ein Wandel eben gerade dann möglich wird, wenn der Mensch die Suche nach dem, was gerne wäre oder meint sein zu müssen, aufgibt und akzeptiert, , wer man ist.
In dem Bereich Stresstoleranz geht es um Fertigkeiten, die man benutzen kann, um schwierige oder leidvolle Situationen durchzustehen, wenn man keine Chance hat, die Situation zu ändern und sie dennoch irgendwie durchstehen muss. Ziel ist es, Krisenförderndes Verhalten abzubauen und gleichzeitig belastende Situationen besser auszuhalten.
Dieses Gruppentraining ist eine Art Unterricht, denn es geht darum, Neues zu lernen und für sich auszuprobieren. Deshalb gibt es auch jedes Mal zu dem erarbeiteten Thema Hausaufgaben für die Woche, die es den Betreffenden erleichtern sollen, das neu gelernte für sich im Alltag umzusetzen und zu üben.
Ziele des Gruppentrainings können Folgende sein: Überlebensstrategien erarbeiten, um destruktives Verhalten zu reduzieren. Kontakt zu anderen aufnehmen, um sich aus der Isolation zu befreien. Aktiv Dinge tun, um wieder positive Erfahrungen machen zu können. Mit sich selbst einen guten Umgang pflegen, um mehr Selbstbestätigung zu finden.
Das Üben von Fertigkeiten ist immer dann sinnvoll, wenn Patienten merken, dass sie in ihrem Alltag entweder mit sich selbst oder mit anderen nicht klarkommen. Patienten können sich selbstsicher und belastbar fühlen, doch in den für sie entscheidenden Situationen nicht in der Lage sein, ihre sonstigen Fertigkeiten anzu- wenden. Die Möglichkeiten und Alternativen, die sie im Fertigkeitentraining lernen, helfen Patienten, sich auf die unterschiedlichsten Situationen vorzubereiten.
Im Bereich der Belastbarkeit wäre Ablenkung oder körperliche Aktivität eine mögliche Strategie, um dieses intensive und unangenehme Gefühl auszuhalten. Aber auch angenehme Vorstellungen oder meditative Übungen lassen sich hier einsetzen, um der Anspannung aus dem Weg zu gehen, manchmal hilft es einfach nur, die Umgebung zu wechseln. In einer kaum auszuhaltbaren Situation ist es angebracht, zunächst etwas ganz anderes zu tun, um erst einmal etwas Abstand zu gewinnen. Wenn es Betroffenen gelingt, die schwierige Situation zu überbrücken, die haben immer noch Gelegenheit zu entscheiden, was zu tun ist.
1. Aufnahmebedingungen: Der Pat. muss sich selbständig ( nicht über dritte ) in der TK 17 bei der Pflege unter der Telfonnummer 0221/8993317 oder persönlich melden, um einen Termin zum Vorstellungsgespräch auszumachen. Die Vorstellungsgespräche werden von Fr. Markus, Fr. Lippold ( Psychologin ) und Fr. Lang ( Psychologin ) geführt.
2. Warteliste: Wenn der Pat. nach dem Vorstellungsgespräch sich mit unseren Behandlungsprogramm sowie den Regeln der TK17 einverstanden erklärt, wird er auf die Warteliste eingetragen und muss sich einmal in der Woche ( d.h. von Montag bis Freitag in der Zeit von 09:00-15:30 h ) bei der Pflege melden, um sein Aufnahmeinteresse zu bekunden. Wenn er sich insgesamt dreimal nicht gemeldet hat wird er von der Warteliste gestrichen. Eine Neuanmeldung für die TK 17 ist wieder möglich.
3. Beratungsgespräch amb. DBT: Am Freitag Nachmittag führt in der Zeit von 14:00-14:30 h Fr. Zinner ( Krankenschwester ) ein Beratungsgespräch bzgl. der amb. DBT Gruppen in unserem Haus durch. Hierfür können sich die Pat. ebenfalls unter der Telefonnummer 0221/8993317 von Montag bis Freitag anmelden. Nach Vertragsunterschrift wird der Pat. auch auf eine Warteliste eingetragen und muss sich alle drei Wochen einmal bei der Pflege melden um sein weiteres Interesse zu bekunden.
4. amb. DBT Gruppen: Es finden drei amb. DBT Gruppen in der Woche statt. Montag von 16:45-18:45 h unter Leitung von Fr. Markus und Fr. Dr. Bertsch Dienstag von 16:45-18:45 h unter Leitung von Fr. Markus und Fr. Zinner (Krankenschwester) Mittwoch von 13:15-15:15 h unter Leitung von Fr. Markus und Fr. Lang ( Psychologin ).
5. Nachsorgegruppe: Einmal im Monat ( immer der letzte Dienstag im Monat ) findet eine Nachsorgegruppe in der Ambulanz im Seminarraum 3 unter Leitung von Fr. Dr. Markus und Hr. Knüppel ( Stationsleitung TK17) statt. Die Teilnahme an der Gruppe besteht auf freiwilliger Basis. Die Nachsorgegruppe wird als Behandlungsangebot für BPS Pat. angesehen, die eine professionelle Begleitung und Betreuung brauchen auch nach Abschluss der stationären / teilstationären Behandlung. Die Nachsorgegruppe kann auch von Pat. genutzt werden die eine amb. DBT Gruppe abgeschlossen haben.
